Claus Tröger


Tod eines Handlungsreisenden | von Arthur Miller


| VEREINIGTE BÜHNEN BOZEN (Südtirol/IT) – Saison 2004/05
| Premiere: 08. April 2005

| Regie: Claus Tröger, Ausstattung: Thomas Pekny, Live-Musik: Manuel Randi
| Darsteller: Paul Demetz, Hanne Rohrer, Günter Götsch, Hannes Holzer,
  Patritzia Pfeifer, Lothar Dellago, Horst Herrmann



Die Geschichte von Willy Loman, 60, Textilvertreter, der entlassen wird und seiner Familie als letzten Dienst seinen Selbstmord angedeihen lässt: Die Versicherungsprämie wird die Familie für einige Zeit über Wasser halten.

Willy Loman hat ein Leben lang geschuftet, Raten bezahlt, eine Geliebte gehabt, und seine Kraft aus der Illusion bezogen, er sei ein bedeutender Mann. Seine beiden Söhne sind nicht so geraten: Biff war im Gefängnis und revoltiert gegen die Illusionen seines Vaters, Happy, ein Schürzenjäger, macht sich nicht einmal die Mühe der Revolte. Willys Freund Charly spricht an seinem Grab das 'Requiem' auf den Handlungsreisenden:

« Er ist ein Mann, der irgendwie in der Luft schwebt, der mit seinem Lächeln reist und mit seiner Bügelfalte. Und wenn sein Lachen nicht mehr erwidert wird – dann stürzt seine Welt ein...Ein Handlungsreisender muss träumen. Das gehört zu seinem Beruf. »


Arthur Miller zeigt die Kehrseite des amerikanischen Traums, den er als Trugbild beschreibt, als « Bombe unter dem Betrug des Kapitalismus am kleinen Mann, der in seinem Pseudo-Leben glaubte, nach den Sternen zu greifen wenn er auf dem Kühlschrank stand und mit einer bezahlten Hypothek endlich siegreich dem Mond zuwinkte. »

Heute steht das Stück auch für das Scheitern einer Gesellschaftsordnung. Die Orientierungslosigkeit einer ganzen Kultur, die ihres Glaubens an den ewigen Fortschritt beraubt ist und der es verwehrt bleibt, an Traditionen und Lebensmodelle früherer Zeiten anzuknüpfen, spiegelt sich im Schicksal Lomans und seiner Familie. Die Absurdität des Selbstmords von Willy Loman, der ein einziges Mal zu sich selbst findet, indem er sich auslöscht, ist zu verstehen als Appell, sinnvolle Wertordnungen und humane Lebensformen zu entwickeln.

PRESSE

ZETT – Tageszeitung:

« (...) Regisseur Claus Tröger überzeichnet nichts, lässt die Übergänge fließen und das Stück selbst in seiner ganzen Beklemmung wirken. (...) »


RAI Sender Bozen:

« (...) der Regisseur bewies eine gute Hand für die delikaten Übergänge vom Realgeschehen auf Vergangenheit und Imaginiertes: diese Verschachtelungen in der Handlung spiegeln sich im Bühnenbild perfekt wider. Die bisher gelungenste Inszenierung der Vereinigten Bühnen in dieser Spielzeit. »


Dolomiten Zeitung Bozen:

« (...) Die Regie gibt ein rasches Tempo vor, in welchen die um den häuslichen Herd gruppierten Familienszenen verloren gehen könnten. Claus Tröger hält sie fest zusammen und umklammert sie durch eine strenge Personenführung. Eine rundum gelungene Sache! »


FF-Südtiroler Wochenmagazin

« (...) Tröger inszeniert ein schwindelerregendes Eintauchen in die emotionalen Abgründe des kleinen Mannes. (...) »


Tiroler Tageszeitung

« (...) Claus Tröger hat äußerst dicht inszeniert. »


Südtiroler Tageszeitung

« (...) Claus Tröger hat Arthur Millers Textvorlage in dieser konsequent durchgearbeiteten und nichts dem Zufall überlassenden Inszenierung um ein Drittel gekürzt. (...) »






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