Claus Tröger


Herr der Fliegen | von Nigel Williams (nach dem Roman von William Golding)


  In Zusammenarbeit mit der Europäischen THEATERSCHULE BRUNECK

| STADTTHEATER BRUNECK (Südtirol/IT) – Saison 2013/14
| Premiere: 01. Dezember 2013

| Regie: Claus Tröger, Ausstattung: Klaus Gasperi
| Darsteller: StudentInnen der Europäischen THEATERSCHULE BRUNECK und
  des Pädagogischen Gymnasiums Bruneck



Einige Schuljungen stürzen mit dem Flugzeug ab und können sich auf eine fruchtbare, aber menschenleere Insel in den Tropen retten. Beste Voraussetzungen für ein Paradies? Zunächst scheint es so. Die Jungen halten auf dem Berg ein Feuer in Gang, um Rauch­zei­chen zu geben, sie bauen Hütten und kümmern sich um die Ernährung. Doch die Gruppe zerfällt bald, die Situation eskaliert. Das Paradies wird zur Hölle...

Der Roman „Herr der Fliegen“ von William Golding (1911-1993) ist ein Gemälde in düsteren Farben. Obwohl für die Gruppe der Schuljungen alle schäd­lichen Umwelteinflüsse ausgeschaltet sind und gera­de­zu ideale Bedingungen herrschen, scheitern sie bei dem Versuch, eine auf Vernunft und Ordnung gegrün­dete Gemeinschaft aufzubauen. Die irrationalen Kräfte des von Natur aus bösen Menschen toben sich aus bis zum bitteren Ende und hinterlassen ein Trümmerfeld.



FRAGEN AN CLAUS TRÖGER:

1. „Herr der Fliegen“ ist seit über 50 Jahren ein Bestseller. Was macht diese Thematik so zeitlos interessant und was kann diese unter dem Ein­druck des Zweiten Weltkriegs entstandene Ge­schich­te den Jugendlichen heute noch erzählen?

« Golding möchte aufzeigen, wozu der Mensch fähig ist und was er mit diesen Fähigkeiten anrichten kann. „Herr der Fliegen“ ist eine Antiutopie, in der einige junge Menschen die Möglichkeit haben, eine perfekte Gesellschaft aufzubauen, sich dann aber gegenseitig zerstören. In der Brüchigkeit der Zivilisation, werden Kinder zu Killern, wird nicht unbeabsichtigt Faschismus zu einem erkennbaren Thema.

Den Grund für all dies sieht Golding im Menschen selbst, der den Keim des Bösen in sich trägt. Mit dieser pessimistischen Feststellung führt uns Golding vor Augen, was wir gerne negieren. Die Bestie Mensch bleibt zeitlos. Das beweist uns die Geschichte – gestern, heute und vermutlich auch noch morgen.

Für junge Menschen in unserer transparent gewor­de­nen Zeit, sollte die Konfrontation mit „Herr der Fliegen“ zu einer zusätzlichen Sensibilität führen, bewusster das Leben im Umfeld mit Mitmenschen zu erkennen. Nur ein Wunsch? Ich hoffe nicht! »


2. Was bedeutet es für dich, Theater mit jungen Leuten für ein junges Publikum zu machen?

« Meine immer wiederkehrende und bewusst gesuchte Arbeit mit jungen Spielern für ein junges Publikum bedeutet für mich, mich selbst gleichzeitig einer großen Herausforderung zu stellen. Die Neugierde von jungen Menschen zu erkennen, um sie als positive Vision auf der Bühne umzusetzen. Die Jugend hat noch das Privileg und die Kraft, die Zukunft zu entdecken. Und oft beginnt diese Zukunft in der Vergangenheit, in Geschichten, die es gilt, zu erzählen. Ohne 'Zeige­finger' und ohne Kalkül. Hier kann Kraft entstehen – und das macht Mut. »

PRESSE

Pustertaler Zeitung:

« (...) Regisseur Claus Tröger hat die Roman­bearbeitung von Nigel Williams in düsteren Farben inszeniert und der gegenwärtigen Zeit angepasst.

(...) Die Inszenierung wirkt nie gehetzt, die hervorragenden DarstellerInnen können sich
bestens und eingehend ihrer dunklen Transformation widmen. »






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