Claus Tröger


Don Quijote | von Miguel de Cervantes (Neubearbeitung: Christian M. Fuchs)


| RITTNER SOMMERSPIELE BOZEN (Südtirol/IT) – Saison 2003/04
| Spielort: Freilichttheater im Hof der Kommende Lengmoos
| Premiere: 23. Juli 2004

| Regie: Claus Tröger, Ausstattung: Klaus Gasperi, Lichtdesign: Jan Gasperi
| Musikalische Leitung: Sepp Unterhofer, Kostüme: Sieglinde Michaeler & Walter Granuzzo
| Darsteller: Alfons Noventa, Josef Maria Lanz, Elisabeth Complojer, Brigitte Knapp, Anny Schorn,
  Liz Marmsoler, Arno Dejaco, Paul Kofler, Markus Soppelsa, Martin Stampfer, Markus Oberrauch,
  Norbert Knollseisen, Florian Öhler, Susan La Dez, Sepp Unterhofer, Linde Gögele-Spitaler, Evi Baldo,
  Karin Prast, Manuel Profunser, Thomas Rizzoli, Gottfried Stabler, Hannes Baldo


Don Quijote, der Ritter von der traurigen Gestalt, ist nicht so sehr der Narr, als welcher Menschen ihn dar­stellen, die das Buch nicht kennen. Er ist einer, der sich von einer traurigen, geheimnislosen und kalten Welt abwendet und beschließt, der Wirklichkeit seiner Romane und Träume zu folgen. So findet er im All­täg­lichen das Wunderbare, in der Magd die Herzens­königin, im Kehricht den Schatz.

Er ist nicht nur der Abenteurer, sondern vor allem der letzte Kämpfer für ritterliche Tugenden:

« Ich bin der tapfere Don Quijote de la Mancha, der Un­recht und Kränkung wieder gut macht. – Es ist meine Aufgabe, Unrecht zu bestrafen und den Bedürftigen zu Hilfe zu eilen. »

Wäre die Welt nicht eine weitaus spannendere, gäbe es mehr 'Narren' wie diesen?

1605 kam dieser Held zur Welt, im gleichen Jahr wie Macbeth und König Lear, während in Florenz Galileo Galilei mit seiner Erforschung der Jupitermonde und der Sonnenflecken dem geozentrischen Weltbild und damit dem geistigen Mittelalter endgültig den Garaus machte, die Mathematisierung der Welt einführte.

Die Zeit der Riesen und der Herzensköniginnen, der verwunschenen Schlösser und der gutherzigen Nar­ren war damit vorbei. Nur auf der Bühne haben sie noch ihr Refugium. Dafür regieren die 'Windmühlen', die Riesen der moderne Industriegesellschaft, wahre Monster, Maschinen, erbarmungslos und mächtig. In der Mancha Sinnbild der Großgrundbesitzer, die keine ritterlichen Tugenden (Frömmigkeit, Mut, Barm­herzig­keit) mehr kannten und nur noch dem Profit frönten. – Hat Don Quijote nicht recht, wenn er ihnen den Kampf ansagt?

Ein „Don Quijote“ entführt die Menschen heute in eine andere Welt, bietet Theater des Staunens und der Abenteuer, der großen Gefühle und ein Spektakel für die Sinne.

(Christian Martin Fuchs)

PRESSE

Dolomiten Zeitung Bozen:

« (...) Claus Tröger hat die Absichten des Autors kongenial umgesetzt und die Aufführung zu einem ereignisreichen Spektakel gemacht. (...) »


ff-Südtiroler Wochenmagazin:

« (...) Regisseur Claus Tröger zaubert die Auswüchse der aktuellen Freizeit- und
Spaßgesellschaft nur so aus dem Ärmel und versteht es, seine Szenen mit einer
Situationskomik zu belegen, die erfrischt. (...) »


Tageszeitung:

« (...) ein Gewinn! »





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